Projektbeschreibung Projektbeschreibung

Demokratiebildung in evangelischen Kitas

Die Diakonie Deutschland setzt sich im Kontext des Projekts „Was heißt hier eigentlich Demokratie? Demokratiebildung als originärer Auftrag der frühkindlichen Bildung“ seit 2017 verstärkt für die Förderung von Demokratiebildung in Kindertageseinrichtungen ein.  

Das Projekt trägt dazu bei, dass Demokratiebildung in evangelischen Kindertageseinrichtungen Eingang findet und schon bei kleinen Kindern demokratisches Interesse geweckt wird. Es geht ab 2020 in die zweite Förderphase und wird gefördert durch das Programm Demokratie leben! des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ).

Demokratisches Verständnis entwickelt sich bereits im Kindesalter. Um diesen Prozess frühzeitig zu fördern, sollte Demokratieerziehung schon in der Kindertagesbetreuung ansetzen. Dazu braucht es qualifiziertes Fachpersonal in den Einrichtungen sowie eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Eltern und Fachkräften. Im Rahmen dieses Projektes will die Diakonie Deutschland das Thema Demokratieerziehung in Kindertageseinrichtungen unterstützen und dabei demokratische Handlungskompetenzen der pädagogischen Fach- und Leitungskräfte im Kontext ihres Bildungsauftrages in evangelischen Kindertageseinrichtungen fördern.

Förderphase 2017-2019

In der ersten Förderperiode (2017-2019) wurden dazu verschiedene Formate entwickelt und umgesetzt:

  • Es wurden 10 Fachveranstaltungen mit pädagogischen Fachkräften im gesamten Bundesgebiet durchgeführt
  • In einer neuntägigen Multiplikator*innen Schulung wurden Fachberatungen für die Begleitung von Demokratiebildungsprozessen in Kitas qualifiziert
  • Eine Publikation zum Thema Geschlechtergerechtigkeit in Kitas wurde bereits in zweiter Auflage Einrichtungen der Frühpädagogik zur Verfügung gestellt
  • Die Arbeitshilfe „Darf der Jedi-Ritter auf den Altar? – Demokratiebildung aus evangelischer Perspektive“ steht Fachberatungen in elektronische und gedruckter Form zur Verfügung, um Demokratiebildung in Kitas zu stärken
  • Es wurden 20 Rundbriefe an Interessierte aus dem Bereich der Frühpädagogik versandt, die Informationen zu verschieden Aspekten von Demokratiebildung in Kitas aufgenommen und übersichtlich zusammengefasst und verbreitet haben
  • Einrichtungen wurde ein sechssprachiges Poster mit erklärendem Handout zum Thema Kinderrechte und Partizipation geschickt, das zu Gesprächen zum Thema einladen soll

Förderphase 2020 – 2024

In der zweiten Projektphase 2020-2024 werden, ergänzend zur Weiterführung gut etablierter und nachgefragter Formate aus der ersten Projektphase, auch neue Maßnahmen konzipiert und umgesetzt:

Erzieher*innen in der Ausbildung sollen zusätzlich zu den Basiskompetenzen, die ihnen im Rahmen der jeweiligen Ausbildungs-Curricula vermittelt werden, mit den pädagogischen Herausforderungen und Chancen von Demokratiebildungsaspekten in der Frühpädagogik und deren gesellschaftspolitischer Bedeutung vertraut gemacht werden. Dazu ist die Zusammenarbeit mit Fachschulen und anderen Ausbildungsinstituten geplant.

Ebenfalls von besonderer Bedeutung im Zusammenhang mit einer Ausrichtung hin zu demokratischen Strukturen in der Kindertagesbetreuung, ist die Zusammenarbeit mit Eltern und Familien. Denn Demokratiebildung und vorurteilsbewusste Erziehung funktioniert nur mit ihnen, nicht für sie.

Um auch Familien und Angehörige, als zentrale Sozialisationsinstanzen, für die Bereitstellung demokratischer Verhältnisse in der Lebenswelt von Kindern zu sensibilisieren und handlungsfähig zu machen, werden zudem Familienbildungseinrichtungen- und Zentren als Kontakt zu Eltern und Familien von Kita-Kindern bei der Konzeption der Angebote und Maßnahmen des Projektes berücksichtigt.

Neben einer Multiplikator*innen-Qualifizierung für Fachberatungen werden Fachveranstaltungen und Schulungen als nachfrageorientierte Angebote entlang der Themenkomplexe Partizipation, Diversitätssensibilität und vorurteilsbewusste Bildung konzipiert.

Ziel/ Ergebnis

Zum Ende der Projektlaufzeit ist/sind

  • Fachberater*innen als Multiplikator*innen geschult
  • Angehende Erzieher*innen qualifiziert für Aspekte der Demokratiebildung
  • Ein „Demokratiebildungsnetzwerk“ bestehend aus Vertreter*innen der verschieden Arbeitsebenen, von Trägern, und anderen Interessierten für einen Fachaustausch gebildet
  • Die demokratische Handlungskompetenz pädagogischer Fachkräfte in Kitas und von Mitarbeitenden in Familienbildungseinrichtungen erhöht
  • Methodisches und konzeptionelles Material zu Partizipation, Diskriminierungsschutz, Verantwortungsübernahme und Autonomie und/oder Geschlechtergerechtigkeit bereitgestellt
  • Die Diakonie Deutschland ist in der Fachdebatte weiter als relevanter Akteur der Demokratieförderung in der Frühpädagogik gestärkt. Eine Fachdebatte kann durch Veranstaltungen sowie durch Fachbeiträge in Publikationen beeinflusst werden.

Zielgruppen

  • Fachberater*innen aus diakonischen Landes- und Fachverbänden sowie aus landeskirchlichen Strukturen
  • Leitungs- und Fachkräfte in evangelischen Einrichtungen
  • Erzieher*innen in der Ausbildung
  • Familienbildner*innen

Ansprechpartnerin

Stefanie Schwarzkopf

T 030.65211 1305

stefanie.schwarzkopf@diakonie.de

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