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Assistierter Suizid

Stellungnahme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nach der Sitzung des Rats der EKD am 30. Januar 2021

Der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich in seiner heutigen Sitzung erneut mit dem Thema assistierter Suizid befasst. In einer rund dreistündigen per Videokonferenz geführten Debatte haben sich die Ratsmitglieder sowohl mit ethisch theologischen Überlegungen als auch mit den rechtlichen und praktischen Fragen befasst, die durch das Bundesverfassungsgerichtsurteil vom vergangenen Jahr aufgeworfen worden sind.

Darin bekräftigte der Rat seine klare Haltung für den Vorrang des Lebensschutzes, die er bereits in seiner Stellungnahme zu einem legislativen Schutzkonzept bei der Regulierung der Suizidassistenz im Juni vergangenen Jahres zum Ausdruck gebracht hatte. „Für die EKD und ihre Diakonie steht der Lebensschutz an erster Stelle. Der assistierte Suizid darf nicht zu einer normalen Option unter anderen werden“, unterstrichen alle Teilnehmer der Debatte, an der neben den Ratsmitgliedern auch der Präsident der Diakonie Deutschland, Ulrich Lilie, als auch der Vorsitzende der EKD-Kammer für Öffentliche Verantwortung, Reiner Anselm, teilnahmen.

Zugleich bekräftigten sie, dass Kirche und Diakonie Menschen gerade in Grenzsituationen auch künftig weiter beraten und begleiten werden. „Dass Menschen nur noch die Möglichkeit des Suizids sehen, ist immer eine tragische Grenzsituation, die die EKD und ihre Diakonie durch die Bereitstellung palliativer Versorgung, Seelsorge, Beratung und die Arbeit der Hospize zu verhindern versuchen“, so die übereinstimmende Position.  „Eine Beratung in diakonischen und evangelischen Einrichtungen ist immer eine Beratung zum Leben und kann nicht neutral bleiben. Dennoch gibt es Dilemmasituationen, für deren Bewältigung derzeit keine eindeutigen Antworten und Regelungen bestehen. Dass die dafür notwendigen Schlussfolgerungen aus der gemeinsamen am Lebensschutz orientierten Grundhaltung  heraus in unterschiedlichen Perspektiven und unterschiedlichen Lösungswegen bedacht  werden, gehört zum Wesen des Protestantismus.“

Die EKD begrüßt den gesellschaftlichen Diskurs und möchte diesen im Interesse tragfähiger Schutzkonzepte weiter befördern.


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