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Schulstart als Neustart: Jetzt Benachteiligung armer Kinder ausgleichen und dauerhaft ausschließen

Anfang August sind in den ersten Bundesländern die Ferien vorbei und die Schule beginnt wieder. Vor diesem Hintergrund weist die Diakonie auf die prekäre Situation einkommensarmer Familien hin. "Der Schulstart muss ein Neustart sein. Wir müssen jetzt die Benachteiligung armer Kinder ausgleichen und endlich nachhaltig abbauen!", fordert Maria Loheide, Vorstand Sozialpolitik der Diakonie Deutschland.

"Gerade Kinder aus einkommensarmen Familien haben unter dem Lockdown gelitten.

Notwendig ist jetzt ein Neustart. Die erfahrene Benachteiligung muss dringend ausgeglichen werden, damit nicht langfristige Folgen bleiben." erklärt Loheide.

"Die digitalen Lernformen, die während der Schulschließungen im Vordergrund standen, konnten gerade von benachteiligten Kindern kaum genutzt werden, da die technische Ausstattung fehlte. Darum muss die Förderung des digitalen Lernens jetzt zu einem Kernanliegen der Bildungspolitik werden." Zusätzlich müsse es besondere Förderangebote für Kinder geben, die im Homeschooling nicht mitgekommen sind.

Bei den Corona-Hilfen war die soziale Benachteiligung von Kindern aus armen Familien kaum und viel zu spät im Blick.

"Die Länder müssen jetzt kurzfristig dafür sorgen, dass jedes Kind die notwendige technische Ausstattung zur Verfügung hat, zumal ein erneuter Lockdown nicht auszuschließen ist", so Loheide. Auch der Bund sei in der Pflicht: "Es ist nicht nachzuvollziehen, dass beim aktuellen Gesetzentwurf für die Grundsicherungsleistungen weiterhin keine Computerausstattung für Kinder vorgesehen ist. Wir riskieren, dass viele Kinder und Jugendliche den Bildungsanschluss verlieren. Ein Computer muss als direkte Zahlung Teil des Existenzminimums sein."

Die Anlieferung von Mittagessen als Corona-Hilfe für Kinder, die Schule oder Kita nicht besuchen können, war wenig hilfreich. "Sinnvoller wäre nach wie vor ein direkter Zuschuss für Corona-bedingte Nachteile und besondere Kosten", so Loheide. "Sozial benachteiligte Kinder brauchen kein 'Essen auf Rädern', sondern eine besondere Förderung."

"Das Schulbedarfspaket von 150 Euro reicht vorne und hinten nicht", kritisiert Loheide "Gerade bei der Einschulung oder beim Wechsel der Schulform sind die Kosten deutlich höher als 150 Euro. Nötig wäre jetzt eine Neufassung, die mit dem neuen Gesetz zur Grundsicherung erfolgen kann. Dabei müssen die tatsächlichen Kosten für Schulmaterial Maßstab sein."